Berichte & Analysen

Es läuft  … in der Bauwirtschaft

ifo Geschäftsklimaindex sinkt

Die Stimmung in den deutschen Chefetagen hat sich im Juni weiter abgekühlt. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Juni von 97,9 auf 97,4 Punkte gefallen. Das ist der niedrigste Wert seit November 2014. Die Unternehmen blickten zunehmend pessimistisch auf die kommenden Monate. Ihre aktuelle Lage schätzten sie hingegen minimal besser ein. Die deutsche Konjunktur flaut weiter ab.
Im Verarbeitenden Gewerbe war der Geschäftsklimaindikator erneut rückläufig. Der Lageindex liegt zwar immer noch über seinem langfristigen Mittelwert, sinkt nun aber seit mehr als einem Jahr. Der Lichtblick bei den Erwartungen aus dem Vormonat ist verschwunden. Der Pessimismus unter den Industriefirmen nahm wieder zu. Dies ist vor allem einem sinkenden Auftragsbestand geschuldet.
Im Bauhauptgewerbe ist der Geschäftsklimaindex gefallen, bleibt aber auf hohem Niveau. Die Baufirmen schätzten ihre aktuelle Lage schlechter ein. Auch die Erwartungen für die nächsten sechs Monate gaben nach.

Es läuft… Bauindustrie erhöht Wachstumsprognose auf 8,5 %

Aufgrund des starken Jahresendes 2018 und des noch stärkeren ersten Quartals mit Rekordauftragsbestand hat der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie seine Prognose für das nominale Wachstum der baugewerblichen Umsätze im Bauhauptgewerbe von nominal 6,0 % auf 8,5 % - real 3 % - für das Gesamtjahr 2019 angehoben. Die April-Daten bestätigen diese Umsatzprognose. Die gute Umsatzentwicklung liegt dabei nicht nur an den vergleichsweise milden Temperaturen in den Wintermonaten.
Das Bauhauptgewerbe ist sehr dynamisch in das zweite Quartal gestartet. Nach den Daten des Statistischen Bundesamtes haben die Bauunternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten im April knapp 6 % mehr Stunden geleistet als im April 2018.
Besonders erfreulich ist die anhaltend gute Auftragslage. Die Auftragseingänge legten im April insgesamt um 12,7 %; (real +6,3 %) zu, im Wirtschaftsbau stiegen sie sogar um fast 15 %. Noch sehen wir hier keine Investitionszurückhaltung. Auch bei der öffentlichen Hand bleibt es beim Investitionshochlauf. Mit fast 15 % Orderzuwachs wurde im Mai das Tempo aus den Vormonaten gehalten. Daher ist es wichtig, dass die Investitionslinie Verkehr im Bundeshaushalt nicht wegen der ausfallenden PKW-Maut gekürzt wird. Die Bauunternehmen haben ihre Kapazitäten im Vertrauen auf Aussagen der Bundesregierung der steigenden Nachfrage angepasst.
Wenn auch der Wohnungsbau bei den Auftragseingängen „nur“ Zuwächse von 6 % aufweist, sehen wir hier keine Trendumkehr. Vielmehr bleibt der Auftragseingang auf dem hohen Niveau.
Nach den Daten des Statistischen Bundesamtes sind die Umsätze im Bauhauptgewerbe im April in den Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten um 15,7 %; (real um 9,3 %) gestiegen. Die Preisentwicklung für Bauleistungen liegt bei 6 %. Kumulativ erreichen die Umsätze 23,6 Mrd. Euro. Die Umsatzsteigerung beträgt damit bis Mai 17 %.

Laut HDB sei die Branche auch für das Jahr 2020 positiv gestimmt. Erwartet werde aus heutiger Sicht ein nominales Umsatzplus von 5 bis 6 %. HDB-Präsident Hübner warnte die Politik allerdings davor, das Vertrauen der Bauunternehmen in die Zukunft aufs Spiel zu setzen. Angesichts nicht mehr so stark steigender Steuereinnahmen dürften die vorgesehenen sozialpolitischen Leistungsausweitungen nicht – wie so oft in der Vergangenheit – zu Lasten der Investitionen gehen. Er verwies in diesem Zusammenhang auf das aktuelle KfW-Kommunalpanel, wonach in deutschen Kommunen ein Investitionsstau von 139 Mrd. Euro bestehe. „Wenn die Investitionen in die Infrastruktur nicht verstetigt werden und unsere Firmen befürchten müssen, dass der Staat wieder anfängt, an den falschen Stellen zu sparen, werden wir weder unsere Kapazitäten weiter ausbauen, noch wird die Modernisierung unserer Infrastruktur gelingen“, betonte Hübner abschließend.

 

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